Flatz von der ersten urkundlichen Erwähnung bis 1903:
        
 

1074/1088

   
 
  In einer Urkunde, die zwischen 1074 und 1088 datiert werden kann, kommen ein Edler von Flatz und dessen Mutter ("Sigehardus homo nobilis de Vlaze et Diemod mater eius") vor.
 

1130/1140

   
 
  Ab 1130 sind die Herren von Flatz nachzuweisen. Sie saßen ursprünglich zu Rust (bei Obritzberg) und nannten sich auch "Herren zu Nussdorf". Als Leitnahmen erscheinen Rudolf und Sieghart.
"Sigehart de Flace" scheint des weiteren in den Jahren 1132, 1135, 1136, 1138 und 1140 in diversen Urkunden auf. Mit größter Wahrscheinlichkeit handelt es sich hier nicht nur um eine Person, sondern um Vater und Sohn (erste urkundl. Erwähnung Sigehard 1080), was mit der Testierung auf der Urkunde aus 1132 belegt werden kann, den dort heißt es: "Sigihardus iuior de flaze". Fast um die selbe Zeit taucht noch ein "Engeldie de Flaeze" auf, der mit dem Vorgenannten wahrscheinlich verwandt war, was aber nicht bezeugt ist.
 

1140

   
 
  ist in einer Urkunde der Grafen von Pütten (Pitten) ein "Engeldich von Flaeze" als Zeuge. Des weiteren kommt in der Bestätigungsurkunde von Rein aus dem Jahre 1140 ein "Siegehart von Flaeze" vor.
 

1158

   
 
  am 18. September 1158 übergibt Erzbischof Eberhard von Salzburg die Pfarre "plebem Vlacz" an Probst Romanus von Gurk. Als erster Priester erscheint "Pfarrer Wolfgang". Die Pfarrkirche wurde dem Hl. Lauretius geweiht. Damals gehörten noch die späteren Pfarren St. Johann, St. Valentin und Würflach zur Pfarre St. Lorenzen. Bis 1614 blieb St. Lorenzen im Besitz des Bistum Gurk.
 

1169

   
 
  Papst Alexander III führt in einem Schutzbrief an Probst Roman von Gurk und sein Domkapitel die "Ecclesia St. Laurentii"  (Kirche zu St. Lorenzen) an.
 

1178

   
 
  Ist ein "Petrus plebanns de Vlaze" (Petrus Pfarrer von Flatz) in einer Urkunde des Erzbischofs Konrad II., vom 1. März 1178, unter Zeugen genannt. 1178 wird noch ein "Pfarrer Peter", der aus Glombach/ Stmk kam, genannt.
 

1182

   
 
  In einer weiteren Bestätigungsurkunde von Ottokar IV. für das Kloster Seckau erscheint als Zeuge ein "Rudolf von Flaece".
Unter den "edlen Geschlechter" dieser Zeit, durfte Rudolf von Flatze hohes Ansehen genossen haben, weitere Zeugen – durchwegs Persönlichkeiten aus dem engeren Landesteil - waren "Albert und Heinrich von Domechensteine" (Dunkelstein) weiters ein "Rapot von Putina", ein "Heinrich von Swarzah", "Gerhard von Chrumpach" (Krumbach), "Chalhoch von
Sratensteine" (Schrattenstein), "Albert von Grimmensteine", "Sifrid von Chranchperg" (Kranichberg),"Durinch von Emberberch".
 

1186

   
 
  "Rudolf de Vlaece" ist auch am 17.08.1186 im Erbvertrag des Ottokar von der Steiermark mit Leopold V. von Österreich als Zeuge genannt. Diese Urkunde wurde am Georgenberg bei Enns erstellt.
 

1188

   
 
  Weiters ist am 31.05.1888 "Rudolf von Vlaece" unter den Zeugen, einer Urkunde des Klosters Baumgartenberg, betreffend anzufinden.
 

1189

   
 
  "Poppo Albeck von Flatz" zog mit dem Kreuzzug 1189 ins Heilige Land von wo aus er nicht mehr zurückgekehrte.
 

1191

   
 
  Der Bruder des Poppo Albeck "Dietrich von Flatz-Albeck", Bischof von Gurk (1179-1194), erbte den Flatzer Besitz und schenkte ihn dem Stift Gurk. Das Stift war somit alleiniger Eigentümer der Pfarre Vlaez-St. Lorenzen. Die Pfarre blieb 456 Jahre im Besitz des Stiftes Gurk.
 

1194

   
 
  in einer Urkunde des Erzbischf Adalbert III., anlässlich der damals erfolgten Neuerschaffung der Pfarre Kirchau, begegnen wir einen "Pfarrer Wolfker zu Flatz" als Zeugen.
 

1203

   
 
  Am 5. Dezember 1203 bestätigt Erzbischof Eberhart II. eine Grenzregelung zwischen "St. Laurentium in Vlazi" und Neunkirschen.
 

1204

   
 
  Am 21. Oktober 1204 bestätigt Papst Innozenz dem Gurker Diözesankapitel den Besitz der Pfarre St. Lorenzen in Flatz mit ihren Filialkirchen, "sancti Joannis in Sirnich" (=St. Johann im Sierningtal), St. Valentin und Würflach, sowie eine Kapelle in Wolfstain.
 

1206

   
 
  In einer Schenkung erscheint ein "Henricus miles de vleze" als Zeuge. Erstmals nicht mehr als Vollfreier (nobilis), was die Herren von Flatz bislang waren, sondern als miles, als Gefolgsmann eines Grafen.
 

1207-1217

   
 
  Das Besitzrecht über St. Lorenzen übt wieder das Erzstift Salzburg aus; erst am 10. April 1217 erfolgte die Rückgabe an Gurk.
 

1219

   
 
  Der Kaplan "Weltherus von Gurk" wird am 19. Februar 1219 als ständiger Vikar für die "Kirche in Flatz" bestellt.
 

1237

   
 
  "Weltherus von Gurk" erscheint auch 1237 in einem Kaufvertrag betreffend ein Besitztum nächst Gloggnitz. Ebenfalls 1237 wird ein "Pfarrer Heinrich zu Vlaz" urkundlich erwähnt.
 

1256

   
 
  In einer Schenkungsurkunde (St. Lorenzen, Würflach) werden als Zeugen der Pfarrer "Gottfried zu St. Lorenzen" und Herr "Henricus de Flaetze" genannt.
 

1269

   
 
  ist bei einem Grenzvergleich am Semmering ein "Frater Ulrich von Vlaetze" als Zeuge genannt.
 

1302

   
 
  Die erste urkundliche Erwähnung eines Weingartens bei Flatz stammt vom 25. November 1302. Der Weingarten "bei Flecz an der Steinwand" ist Gegenstand eines Vergleiches zwischen dem Domkapitel von Gurk und dem Grafen "Heinrich von Stubenberg". Als Zeuge unterschreibt Herr Ludwig, Pfarrer von "sand Laurenzen".
 

1362/63

   
 
  wird in St. Lorenzen ein "Pfarrer Ulrich" genannt.
 

1393/94

   
 
  ist ein "Pfarrer Kaspar" mit der Pfarre betraut.
 

Ende 1400

   
 
  Obwohl gegen ende 1400, in einem Kaufvertrag, ein "ehrbare Knecht Friedrich der Wackcher zu Flatz" erscheint, dürfte es sich hier um keinen "echten Flatzer" mehr gehandelt haben. Das Geschlecht "der Flatzer" dürfte bereits ca. 100 Jahre vorher ausgestorben, oder abgewandert sein. In der heutigen Zeit befinden sich in Vorarlberg und in der Schweiz noch viele Familien mit den Namen Flatz. Auch scheint, Ende 1400, Flatz bereits im Besitz der "Stüchse von Trautmannsdorf" auf.
 

1532

   
 
  Im Jahre 1532 raubten die Türken die Pfarre aus.
 

1544

   
 
  finden wir in den Urkunden einen "Pfarrer Johann Salamon" in St. Lorenzen.
 

1555

   
 
  wird "Wolfgang Schmelzl", aus dem Schottenstift in Wien, Pfarrer in St. Lorenzen.
 
 
   
 

1557

   
 

  wurde zum ersten Mal der Schulbetrieb im Pfarrhof von St. Lorenzen urkundlich erwähnt. Der damalige Pfarrer Wolfgang Schmälzl schrieb in der Pfarrchronik: "…er habe viele Studenten, die Priester werden wollen, im Pfarrhof und in der Schule".
 

1564

   
 
  Im Jahre 1564 verstarb Pfarrer Wolfgang Schmälzl, der auch als Schriftsteller tätig war. 1547 erschien sein Werk: "Pasquilus Germanicus" wovon es auch 1558 eine zweite Auflage gab, ein weiteres Werk kam 1556 mit dem Titel "Der gewaltige Zug in das Hungarland" in den Handel. Pfarrer Schmälzl's Nachfolger wurde wurde ein Pfarrer Namens "Johann Scholitz".
 

1568

   
 
  wird Pfarrer Johann Scholitz zum Dechant gewählt, später aber, da er der neuen Lehre zugetan war, seiner Funktion wieder enthoben.
 

1614

   
 
  Durch Tausch kam die Pfarre St. Lorenzen, mit seinen Filialkirchen, an das Stift Rein (Stmk. – nähe Graz). Nur drei Jahre, bis 1617, übte das Stift Rein sein Besitzrecht aus.
 

1617

   
 
  Im Jahre 1617, kam St. Lorenzen, wieder durch Tausch, in den Besitz des Neuklosters Wiener Neustadt.
 

1630

   
 
  Aus dem Jahre 1630 stammte die Flatzer Weinbauordnung.
 

1643

   
 
  wird in St. Lorenzen ein Pfarrer "Matthäus Eisenbart" genannt. Er wurde 1663 zum Abt des Neuklosters in Wiener Neustadt gewählt.
 

1683

   
 
  Wieder wurde unsere Gegend von den Türken heimgesucht, Kirche und Pfarrhof wurden in Brand gesetzt und eingeäschert. In einer Aufzeichnung des Minoritenklosters Neunkirchen, fand am 20.September 1683, beim St. Oswald-Kreuz (elf Leichen) ein sogenannter Bezirks-Gottesdienst aus Dankbarkeit zum Abzug der Türken statt.
 

1768

   
 
  Am 26. Jänner 1768 fand in der Pfarrkirche St. Lorenzen die Trauung des Matthias Scheibenreif aus Nöthing (heute Netting) mit Elisabeth Lang aus Flatz statt. Erstes Auftauchen des Stammes der Scheibenreif in Flatz.
 

1770

   
 
  In der Niederösterreichischen Topographie" (1769-1770) von Wilhelm Weiskern ist folgendes zu lesen: "Flatz, westwärts von Neunkirchen, Im Gebirge, ein Dorf der Herrschaft Stüchsenstein; im gleichen ein Amt des Minoritenklosters zu Neunkirchen".
 

1785 

   
 
  Flatz aus der Sicht der Description zur Josefinischen Kriegskarte (1763-1785) "Ein gut gemauerter Orth in einem Graben liegend, zwischen Gesing und Kettenlust, oberhalb dessen ein keines Wässerl entspringt, welches durch das Dorf flieset und unterhalb Lorenzen einen Teich formiert".
 

1805

   
 
  Französische Truppen Napoleons quartierten sich im Pfarrhof ein und richteten großen Schaden an.
 

1809

   
 
  Und wieder quartierte sich ein Trupp Napoleons im Pfarrhof ein, wieder wurde der Pfarrhof stark beschädigt.
 

1831-1841

   
 
  In der "Topographie des Erzherzogtums Österreich unter der Enns" von Franz Xaver Schweickhardt, Ritter zu Sickingen (Band V.U.W.W) 1831-1840 wird Flatz wie folgt beschrieben:
"Ein Dorf von 28 Häusern, westwerts von Neunkirchen am Steinfeld, unweit St. Lorenzen. Die nächste Poststation ist Neunkirchen. Der Ort gehört zur Pfarre und Schule St. Lorenzen; das Patronat dem Stifte Neukloster; die Kirche in das Decanat Neunkirchen; das Landgericht übt der Wiener Neustädter Magistrat aus. Grundherrschaften, die hier behauste Unterthanen haben, sind: Stift Neukloster zu Wr. Neustadt, Pfarre Minoriten zu Neunkirchen, und Stixenstein, welches auch die Conscriptions- und Ortsobrigkeit hat.
In Flatz wohnen 47 Familien, oder 99 männliche, 107 weibliche Personen und 35 schulfähige Kinder. Der Viehbestand beläuft sich auf 4 Pferde, 54 Ochsen, 39 Kühe, 141 Schafe, 20 Ziegen und 18 Schweine.
Die Bewohner treiben bloß einen unbedeuteten Holzhandel und leben größtentheils von ihrem Feldbau, der Viehzucht und einem wenig erträglichen Weinbaue.
Der Ort ist sehr alt, und hieß in früheren Zeiten insgeheim Flätz. In ausgedehnten Waldungen am Kettenlaus-Berge besitzt die Herrschaft Stixenstein die Jagtbarkeit, welche, Hirschen, Rehe, Hasen, Hasel- und Rebhüner liefert. Im strengen Winter werden hier auch Wölfe sichtbar."
 

1831

   
 
  wurden in St. Lorenzen 3 Häuser, 6 männliche, 9 weibliche, 2 Kinder (in Summe17) Personen sowie 2 Pferde, 12 Kühe, 45 Schafe und 6 Schweine nachgewisen.
 

1846

   
 
  Sind in der Ortschaft Flatz, St. Lorenzen, Mahrersdorf und Reith 28Häuser und 250 Personen nachgewiesen.
 

1850

   
 
  Flatz wird selbständige Gemeinde.
Des weitern wurde bis zum Jahre 1850, am 14. Februar (Valentinstag) eine Wallfahrt nach St. Valentin-Landschach abgehalten. Diese Kirche gehörte jahrhundertelang zur Mutterpfarre St. Lorenzen.
 

1881

   
 
  Durch die Vereinigung des Neuklosters in Wiener Neustadt und dem Stift Heiligenkreuz im Jahre 1881, gehört nun auch die Pfarre St. Lorenzen dem Zisterzienser Stift Heiligenkreuz.
 

1883

   
 
  Im Jahre 1883 sind in:
"Flatz - 42 Häuser, 137 männliche, 114 weibliche, in Summe 251 Personen - alle katholisch.
in St. Lorenzen - 5 Häuser, 12 männliche, 18 weibliche, in Summe 30 Personen - alle katholisch.
in Mahrersdorf - 27 Häuser, 92 männliche, 78 weibliche, in Summe 170 Personen - alle katholisch.
in Reith - 7 Häuser, 24 männliche, 19 weibliche, in Summe 43 Personen - alle katholisch."

Und somit in der ganzen:
"Gemeinde Flatz - 81 Häuser, 265 männliche, 229 weibliche, in Summe 494 Personen alle katholisch" nachgewiesen.
 

1898

   
 
  wurde das Wasserbecken, in der Ortsmitte von Flatz, aus Anlass des 50 jährigen Regierungsjubiläums von Kaiser Franz Josef erbaut. Ebenfalls im Jahre 1898 bekam St. Lorenzen "unter Pfarrer Philipp Giefing und dem Organist Fidelius Pfefferkorn eine neue Orgel installiert".
 

1899

   
 
  Im April 1899 wurden hier 11 Leichen gefunden. Der damalige Mahrersdorfer Verschönerungsverein errichtete an Stelle des St. Oswald-Kreuzes die Grabanlage der "Elf Leichen".
 

1903

   
 
  Im Jahre 1903 sind in:
"Flatz (Ort) - 45 Häuser, 122 männliche, 131 weibliche, in Summe 253 Personen - alle katholisch.
in St. Lorenzen - 5 Häuser, 13 männliche, 8 weibliche, in Summe 21 Personen - alle katholisch.
in Mahrersdorf - 28 Häuser, 94 männliche, 108 weibliche, in Summe 202 Personen - alle katholisch.
in Reith - 7 Häuser, 26 männliche, 20 weibliche, in Summe 46 Personen - alle katholisch".

Und somit in der
"Gemeinde Flatz - 85 Häuser, 255 männliche, 267 weibliche, in Summe 522 Personen - alle katholisch.
Es wurden noch 8 Pferde, 211 Schweine und 285 Rinder gezählt. Das Gemeinde-gebiet betrug 1093 ha, davon 1061 steuerpflichtige Flächen davon wiederum waren 279 ha Äcker, 44 ha Wiesen, 23 ha Gärten, 18 ha Weingärten, 56 ha Hutweiden u. Alpen sowie 641 ha Wald".
 
 
Vorerst beenden wir unseren geschichtlichen Rundgang im Jahre 1903.

An den weiteren geschichtlichen Daten arbeiten wir gerade und wir werden diese Daten natürlich zu einem späteren Zeitpunkt auf die Flatzer Homepage übertragen.