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"De Höhnfoascha"

 
     
  (Eine Nacherzählung, in Mundart, über die Flatzer Tropfsteinhöhle - aus dem Jahr 1882)
(Flatz - Flatzer Tropfsteinhöhle - 1882)

Da Scheibenreif Franzl aus Flatz und i, mia zwa woan echt dicke Schuifreind vom Semina in da Neistodt her. Wia ma Schuiferien ghobt hom, do sama dauand bei a' naunda gwesn, hom a' bisl musi gspüd auf meina oidn Spinett (die hod ma domois bluadige dreißig Guiden kost) - oda mia san a auf da Flatzer Waund herumkräud. Mittn in di Fösn is a muatztrum grausige finstare Höhn. Do hob ma scho eftas einegluagt, ohne wos aundares ois finstanis zum sechn. So floch liagend hot ma scho einigräun kenna oba mia hom se gfiacht vua di Schlaungan und aundan Vicha. Owa im Summa 1882, do hob ma den Entschluß gfost, a Foaschungsreise, so a la Sven Hedin in die Höhn zmocha. Mia zwa hom uns aus'n Franzls Ötanheisl, sei Voda woa a Baua und a no da Buagamasta von Flatz - oiso mia hom uns do an Keuwestrik, a Laterndl und an Spodn ghoit. Uma ochte in da frua samma scho kaumpfbereit vua dem trum Loch gstaundn. Zerscht homa amoi di loosn Stana wegagramt, damit ma wenigstns auf die Knia hom einegräun kena. Des Laterndl homa aun an Stekn aubundn und imma vor uns hergschom, damit ma a' vur uns wos segn hom kena. Da Franzl is ois erstas einegräut, weu er woa jo a' da ödare von uns zwa und i bin hoit hint noch gräud.„Siachst wos“ ho i eam, scho a bisl mit ana Aungst, gfrogt.
„Naa, ned vü, nua die feichtn Höhnwänd, die Höhn söwa wird a bisl greßa und es geht a bergoh“ hot da Franzl drauf gsogt.
Voasichtig samma weida enegräut. Auf a moi - mia is fost des Herz stekn bliem - do is ma wos lebendiges auf mein Pluza auffe gfoin „a Fledamaus!“ hob i gaunz entsetz aufgschriean.
„Jo Fledameis san do vü herinnan, owa die moch’n da eh nix“ hot mi da Franzl beruhigt. Noch a boa meta sogt da Franzl „ Heast do ligd a ohgnogda Knochn, des wird woascheinli ah Fugs oda a Dogs gwesn sei“. I hob drauf gmand „Vielleicht is des Bist no do und geht glei auf uns los?“ Da Franzl hod mi owa beruigt und nur gsogd „Do wa des Vich scho längst ausgfoarn und des hots net dau, oiso is eh nimma do. Owa do herinan wird’s oiwäu nossa und feichta, d' Wossatropfn hängan auf da Deckn und da Bodn is a so feicht und dreckig.“„Waun's nix zum sehn is - do vuan - nau daun gemma hoit wieda ausse.“ Hob i gmand, wäu des ganze woa ma do a bisl gspenstisch.
Da Franzl is owa weida einegräut und auf amoi hots vua mia gscheppat und pumpat, den Franzl und's Laterndl hob i nimma gsehn, nua mea so an glanan liachtschimma vua mia.
„Franzl, wos is’n gschegn!“ hob i zua eahm brüd.
„Owe ghaut hots mi, guade zwoa meta tiaf, weu i auf dem bledn Lahmbodn ohgrutscht bin. Passiad is ma jo eh nix, d' Bana san eh no olle drau. Da herunt'n is a greßara Raum und von da Dekn glizan die Tropfstana. Du bleib owa wost bist, weu Du muast mi daun aufezahn, mit dem Keuwestrik, vo alane kum i do nimma auffe. I schau mi nua no a bisl um do herunt. Host mi?“ hot da Franzl nua gmand. I hob mi jezda hoit floch auf d Erd glegd, bi no a bisl weida fiare gräud, damit i a' wos siach und hob mein Freind bei da Höhnerfoaschung zuagluagd. Do untn woa a Raum, fost so groß wia a' Zimma und da Franzl hod mit dem Laterndl ollas ohgleicht, hot a an Tropfsta ohbrochn und in sein Janka eigstekt. Daun hoda si weida umgschaut und is in a ek gaunga, hod durt an hoartn Gegenstaund aufghom und eam vun allan Seitn beguadochtet. Noch ana wäu hot’a gsogt „Du Hauns, des is a kupfanes Pfandl, a Gschia zum Kochn oda sowos. Do muas amoi ana ghaust hom in da Höhn, i suach no a bisl weida, eventö find i no wos aundares a’ no.“ Daun hod’a in dem Grö herum gstochat und a wengl späd’a hoda an Fetzn aus’n Drek ausazaht und eam ah eigstekt. Hot ma den Keuwestrik aufagschupft und i bin mit dem Strik vakeart zruck zum Ausgaung gräut und hob den Strik drausn auf ana großn Staun aubundn. Daun hob i in Franzl gschiarn, das a’ jetzdad auffa keamma kaun. Des Seu hod si glei gstraft und da Franzl is a glei aus da Höhn kemman. Noß und Saudreki woa’ra. Mia hom uns daun in de Sun gsezd und hom unsarn Fund betrochtet. Des kupfane Gschirl hot ausgschaut wia a greßara Schepfa mit an kuzn Stüh - und auf dem Fetzn is a großa ebmfois kupfana Knopf in da Fuam von an Hoibmond augnahd gwesn. Gaunz üwaroschd hob i gsogd „Hearst Franzl, des staumt von an Tirkn oh.“ „ Glaub i ah“ hod da Franzl drauf gsogt „Eventö hod si im leztn Kriag mit de Tirkn, a’ so a’ Muslmau do auffa vairt und danoch in da Höhn ghaust!“
Mia hom des nautirli daham dazöd und unsare Ötan hom des unsarn Lehran weidagsogt. Mia hom daun, im neichn Schuijoa, unsare zwa gfundanen Stikln dem Professor Dr. Eichert, in da Neistodt, zoagt und der hot unsara Vamutung, das des von di Tirkn ohstaumt, bestädigt.

Und so homa die heite freiglegte und kinstlich vagresade „Flatzer Grottn“ und ah a' Spur von da Tirkninvasion entdekt.