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"Aus da Tirknnod"

 
     
  Aus da Tirknnod.

Des is a historische Erinnarung aun des sechzehndreiatochzga Joa.
(Mahrersdorf - Flatz - Flatzer Tal)

Ois i no a Hoitabiwe woa, bi i aun da Haund vom Großvodan, im Flatzer Toi herumghatscht. Windbocha [geb. um 1800] hoda ghasn, da Großvoda und woa domois scho siebzg jahrig. Und wia ma so a bisl näha an de Föswaund kemma san, hob i eam auf amoi gfrogd „Großvoda, wia isn die Föshöhn duad omman eigentli entstaundn?“ Zerscht hoda mi nua augschaud und daun hoda gaunz besuagd gmand (besuagd wara deshoib wau mia hom jo grod den deitsch- franzesischn Kriag hinta uns ghobt und do hom ma jo gaunz grob gegan „Blauhosadn Napoleon“ graft), nau gmand hoda hoid: „Nau-jo, Biawe, des woas i söwa ned, wia do des Loch in da Waund entstaundn is, und des wiad da ah koana aus da gaunzn Gegend sogn kenna. Owa ans dad i da scho gaunz gern vo da Höhn dazön.
A i hob mein sölign Ahnl vua fost sechzg Joa amoi noch dera Höhn gfrogd und dea hod ma daun de gaunze Gschicht dazöd.
Sei Großvoda woa so um des sechzenhundada Joa no a leibeigena Baua bei da Herrschoft in Stixnstoa und hod fia di Herrschoft Robot und Zehent leistn miasn. Ea hod ma goa no vü gwust üba de häatn da domolign Zeit gegn de Bauasleit zum dazön.“

Gaunz Ernst und direkt a bisl draurig wor da Großvoda und daun hoda weidadazöd: De Höhn do oman, de san a gaunz graunhoftes Woazeichn aun de Tiaknnod aus den Joan sechzehnochzg bis sechzehnneinzge. Domois is unsa gaunzes Hoamatlaund vo de no gaunz wüdn Vökan hamgsuacht wuarn. Waunst gaunz oman am Fösn stest so siachst üwa de Neistodt [Wr. Neustadt] und bei schenan glorn Weda sogoa bis zua Weanastodt.
Ois domois im Stuamjoa ochzendreiasechzg da Hoibmond in gaunz großn mächtign Schoarn noch Wean zogn is, homa mid a so an Feanreal, des wos uns da Pfoara buagd hod, gaunz deitli den mächtign Schlaunganzug vo eanan Mülitär gsegn. Unsare gaunzn Mauna, de wos im Weafähign Oida woan, de woan eh scho in Wean oda zumindest duad hi untawegs um unsa Laund gegn de Wüdn zum Vadeitign. In unsara gaunzn Gmoa woan nua mea de gaunz Oidn, de Weiwa und de Gschropn. Mia, de wos daham woan, mia hom de meiste Zeit Aungst ghobt und hom dauand zum Gott gfleht, dasa unsa Votalaund voa da Grausamkeit ana Tirkischn Regierung bewoarn mechat.
Endli is de Nochricht vom glaunzvoin Sieg unsara vereinigtn Truppn gegan Hoibmond kemma. Ois hod Gjuwed und ah Wiawe woa in de gaunzn Deafa. Mia san von Durf zu Durf zogn und hom de Juwenochricht weida vabreiten und alle hom gfeiat und gsunga. Trotzdem homa no a Woch auf de Fösn ghobt. Und guat woas, weu de hom zu unsan Entsetzn a Alarmmödung owa gem, das sie a so a Trupp von de Tirkn zu unsan Deafe zuwakimmt.

Wos soi ma jetzdan tuan?

Olle Mauna san mit de Woffn no in Wean gwest und in unsarn Deafen woa ka anziga Flintn, ned amoi an oidn Jogdstutzn homa ghobt. So is uns hoid nix aundares übriblim ois uns mid ana Sengst oda mit de Heigowen und mid Steckan zu Bewoffnen. Mit so ana misn Bewoffnung sa ma an an Nochmittog zur Gmoagrenz und denna Gegna entgegn. Gschitt hods wia mid Schaffen und so homa mit vü Aungst, auf de Tirkn gwoad. Gaunz erstaund san ma gwesn, weu der do ganz sche große Trupp weidazogn is und zu unsan Deafe nur ah Haund voi zalumpte Mauna kemma san. Aughobt homs a so an rodn Fetzn mid ana rodn Leibbindn. Da erschte vo eana hod ah Kreiz, aus ah boa steakan Astln, vuraus trogn und olle hom dauand Gschrian: „ Salem aleikum! Salem aleikum! Wir Christen! Wir Christen!“

Ah unsa Pfoara woa domois bei uns und so homa eam gfrogt wos ma jetzdan tuan soin. Daweu hom de Tirkn dauand gruafn „ Wia gut Christen! Wir aus Byzanz!“ – Mia hom uns daun de Gstoitn ah weu augschaud und daun hod unsa Herr Hochwüadn gmoand „Duachsuachts eana Gwandl obs wiakli ka so a Moadwerkzeig bei eana hom. Es kunt jo leicht sei, das des wiakli Christn san, de da Hoibmond fia sein Krieagsdienst missbraucht hod“. Dabei hod ea de Zalumptn zu si zuwagwunkn, hod sei heuliges Brustkreiz virazaht und hods gfogt: „Wea is des?“
„Messias! Messias!“ homs gruafn und se glei nidakniead und des Kreiz mid ana Freid und ana Zaknirschtheit ohbusslt.
Mia homs darauf duachsucht, ah ehnare Lumpn und weu ma nix gfundn hom, so homas hoid in unsa Deafe midgnumma. Ausfratschln hommas owa ned kenna weu de ned Deitsch kenna hom und mia hod ned Tiakisch.

In unsara Mittn woans am Aufaung recht scheich und gaunz misstrauisch wäus woascheinli imma glaubt hom mia dans do no ohgragln. Owa mia san guad mit eana umgaunga, homs zu da Födoaweidn und ah im Woid midgnumma, hom eana a so noch und noch a bisl wos vo unsara Sproch beibringa kenna und so sans uns hod daun boid vatraud wuarn. De san daun vo Haus zu Haus gwaundart und hom se ais Toglöhner ah bisl wos Vadina kenna. Ah Leidnschoft homs ghobt und de homma eana lossn und zwoa des Wüdan. Des woa bei eana direkt a Kunst und de woan so gschkt dabei, ohne an Jogdstutzn, des Wüd zum dawischn das des direkt scho mastahoft woa. De zwa bestn dabei – mia hom den an „Soli“ und den aundan „Achem“ gnaund – de hom se in unsara Duafschmiddn, Schlingan fia de Raubvegln und ah so klane Wuafspeer gmocht mid denans dauand, und mid großn Erfoig, dena Fuxln, Daxln und a dena Wöf nochgjagld san. Des Vichazeig homs daun dena Schloßjägan vo Stixnstoa aubotn und hom dabei dena Jaga de Raubtiajogd goa erleichtad und de zwoa woan boid unentbehrli.

Ah jeda is eana mit Ochtung entgegnkemma und kana hod wos gsogd wauns amoi a mid an Reh oda goa an Hiaschn hamkemma san. Da Soli und da Achem san daun gaunz in den Foascht einezogn umd de hom ah vo de Jaga de Erlaubnis griagd, si zwa so Föshöhn ois Wohnung hezrichtn z diafn. Und de zwa hom si des fia eanare Tirkischn Vahödnisse gaunz guad und bequem hergricht. Aus an Staherd, a Heiloga und ah no a boa aus Ton brenntn Gschiarln daraus hod eanan gaunzn Hausrod bestaundn. Jetzdan hom de zwa, duad oman im Woid wia zwa Einsiedla von eanara wüdn Jogd glebt. Owa jedn Sunndog san de zwa, in eanan sondaborn Aufzug, üwa de Fösklippn owakemma und zua unsara Kiachn in St. Lorenzn kemma und hom da heulign Mess beigwond. Aundare Bedirfniss homs aunscheinand ned ghobd und a eana Hamad duad untn im tiafstn Südn, de dirftns ah gaunz vagessn hom. Mid da Zeid is mid eana a waundlung durchgaunga, de hom eana Tiakisches Gwandl mid an aus unsara Gegend austauschn missn und kana hed mea glaubt das des zwa Tirkn san, wauns a no eana rodes Tiachl vom Kopf owetau häddn. Des hod owa kana zaumbrocht, und im Deafe homs so gwitzlt und a maunch ana hods a a bisl vaspott deswegn, owa eana rodes Tiachl is blim.
De aundaren Tirkn im Dorf hom se sche laungsaum, ois Schtoana und Eadoaweita in olle Windrichtungan vastrat und san daun Vaschoin blim. Nua da Soli und da Achem hom duad oman in eanan Fösnasül ausgoidn.
Mid da Zeit san de zwa goa nemma aufgfoin und in da gaunzn Gegend hod a jeda gwust, de zwa Sondalinge duad oman san zwa gaunz hoamlose Gschtoidn und de dan kann wos und de woin bis zum End eanare Tog duad oman bleim.

Und so is es ah kemma. Im Joah 1724 hod ma Soli zu Grob trogn und drei Joa speda, oiso 1727 a den Achem. A afochs Hozkreizl woa olles, wos no a Zeidl danoch an de zwa, vom Schicksoi zu uns vaschloganan, erinnad hod.